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Abschlussbericht nach 1 ½ Jahren Leben in den USA

Liebe Familie, liebe Freunde,
jetzt bin ich seit einem Monat zurück in Deutschland und möchte Euch nun hiermit über meine letzen Wochen in Amerika berichten.

Am 22. August hatte ich meinen letzten Arbeitstag im Marriott Resort Horseshoe Bay. Frühdienst, wie ja fast immer. Eigentlich war es ein Tag wie jeder andere, bis auf daß all‘ meine Kollegen und ich sehr traurig waren, daß dies nun mein letzter offizieller Arbeitstag als Front-Office-Agent war. Zum Ende meiner Schicht wurde ich ins backoffice geholt wo mir dann Blumen, kleine Geschenke, ein leckerer Jello-Cake sowie ein Bilderrahmen mit Bildern und lieben Sprüchen meiner Kollegen überreicht wurde. Es flossen Tränen ohne Ende, ich konnte es kaum glauben, daß mein Abenteuer USA nach 18 Monaten nun fast vorbei war……ein sehr merkwürdiges Gefühl. Alles war so normal geworden, die Umgebung, der Arbeitsplatz, die Kollegen und vor allem die Sprache. Nach einigen Schnappschüssen von Kollegen und der Hotelanlage ein letztes Mal in Uniform durchs Hotel.

Zuhause erwartete mich dann das Auszugschaos….Kisten, 4 Koffer und Taschen…..alles muss irgendwie verstaut werden, Reinigung des Zimmers und Ausräumen der Küchenschränke……Traurigkeit und Vorfreude bestimmt in diesen Tagen meine Gefühlswelt.

Am 25. August war es dann soweit, ich werde meine Eltern nach 18 Monaten endlich wieder in die Arme schliessen. Mom&Dad waren am 24.08. bereits in Houston gelandet und haben Ihre erste Nacht im Courtyard Downtown verbracht. Am nächsten Morgen starteten Sie Ihre Tour mit dem berüchtigten Greyhound nach Austin. Um 13.35 Uhr erwarteten mein Van und ich bei brütender Hitze, ca. 40 Grad, die beiden an der Greyhound Station in Austin…..Tränen der Freude und Erleichterung als wir uns in die Arme fielen. Papa war schon voller Vorfreude auf meinen Plümmo (Spitzname meines Vans). Quer über Highways Richtung Downtown Austin (Live Music Capital of the world) ins Courtyard 4th Street. Dort hatte ich uns ein Zimmer für eine Nacht gebucht, so konnten wir Sightseeing von Austin gleich erledigen, denn so viel Zeit blieb uns ja leider für unsere Südstaaten-Tour nicht. Nach kurzem frisch machen ab zur berühmten „6th Street&#
8220;, hier reiht sich eine Bar an die nächste, Livemusik und Tattoo-Shops wo man hinschaut. Nun wollten wir endlich unser erstes Willkommens-Bier trinken, also ging es auf zum „The Ginger Man“, wo es 200 verschiedene Sorten Bier gibt (www.gingermanpub.com). Im Biergarten haben wir es uns gut gehen lassen…..es war so schön Mom & Dad nun endlich hier zu haben, Ihnen zeigen zu können, wie ich die letzten 1 ½ Jahre gelebt habe. Das viele deutsch sprechen war sehr komisch und daran musste ich mich auch etwas gewöhnen. Zum Abendessen ging es zur „The old spaghetti factory“..(www.osf.com) ...sehr lecker und für jeden Geldbeutel. Ich hatte eines dieser Restaurants damals schon mit Martin in Denver besucht und die Trödelmarkt-Einrichtung und das gemütliche Ambiente hatte mir sehr gefallen.

Anschließend Verdauungsspaziergang zum „Capitol of Austin“, welches bei Sonnenuntergang besonders schön aussieht. Auf www.austintexas.org/visitors/about_austin könnt Ihr selbst mal stöbern.

Am nächsten Morgen „american breakfast“ im Courtyard mit Pancakes, scrambled eggs,sausages, Toast, Bagels, Muffin, Donuts und Kaffee, der natürlich gar nicht schmeckt. Zum Abschluß machten wir noch einen Spaziergang durch Austin, wieder bei besten Temperaturen um die 35-40 Grad, was meinen Eltern wirklich zu schaffen machte….ich habe mich bereits daran gewöhnt und möchte es am liebsten nie wieder missen.
Auf dem Weg nach Horseshoe Bay noch die ersten Einkäufe bei Target, Wal-Mart und Walgreens, welche viel entspannter ablaufen als in Deutschland, da alles größer ist und nicht so hektisch, meiner Meinung nach.

Nach ca. 1,5 Stunden Fahrt erreichen wir Horseshoe Bay. Meine Eltern sind ganz begeistert von der schönen Lage, direkt am See. Ich hatte eine unserer Paseo-Suites für 4 Nächte reserviert, wobei ich die letzten 2 Nächte auch dort geschlafen habe. Dann der erste richtige Rundgang durch die Resort-Anlagen und das Hotel, meinen Eltern hat es sehr gut gefallen, alles nur etwas groß…Bilder konntet Ihr ja bereits auf meiner homepage sehen. Den ersten gemeinsamen Abend in HSB liessen wir mit Bier und Wein am See ausklingen. Am nächsten Morgen Frühstück im typisch amerikanischen „Blue Bonnet Cafe“ in Marble Falls (www.bluebonnetcafe.net).

Für den 26.08.08 hatten Martin und ich unsere große Abschiedsparty geplant, wofür wir noch einiges vorbereiten und besorgen mussten. Meine Eltern haben mein Gepäck soweit verstaut und anschließen Lake LBJ genossen, ach was war es schön, den See direkt vor der Haustür zu haben. So konnten Martin und ich mit den Vorbereitungen zur großen Party starten. Während Martin mit dem Pich-Up-Truck unser Fass Bier und Booze (all‘ die härteren Sachen) besorgte, fing ich schon an die Terrasse am See in deutschen und amerikanischen Nationalfarben zu dekorieren, Luftballons, Flaggen, Girlanden………schön kitschig eben 
Für unsere Party hatten Pat und Cliff (unsere Freunde und Vermieter) uns mit selbstgemachtem BBQ wie briskets und beans, brat’s sowie Deviled eggs (www.deviledeggs.com) überrascht, nochmals vielen lieben Dank dafür. Die Party war sehr sehr schön und wir feierten bis in die frühen Morgenstunden (5.30 am!) Dank „Jaeger shots“ und „keg stand“ war super Stimmung, es war schön nochmal soviele Freunde zu sehen zum Abschied.
Meine Eltern und ich haben noch Ausflüge nach Fredericksburg (http://www.fbgtx.org/) und Enchanted Rock (http://en.wikipedia.org/wiki/Enchanted_Rock) gemacht.

Abendessen in unserem Restaurant Lantana mit den besten Steaks und der leckersten Creme Brulee, die ich je gegessen habe. Danke an Anja und Ihre Chefs, wir waren sehr begeistert !

Am 29.08.08 hieß es dann ein letztes Mal Abschied nehmen bevor wir unsere Südstaaten-Tour beginnen konnten, die Tränen flossen in Strömen. Der Abschied von meinen roommates Alex und Galina fiel mir besonders schwer.

Leider mussten wir unsere Tour abändern, da uns Hurricane Gustav einen Strich durch die Rechnung machte. Eigentlich wollten wir über San Antonio nach New Orleans weiter nach Memphis und Graceland, dann Dallas und Houston. So hieß nun unser erstes Ziel Dallas.
Ich werde hier nun unsere Tour nicht im kleinsten Detail aufführen können, da dies zu lange dauern würde.
Auf unserem Trip haben wir insgesamt 6 Bundesstaaten (Texas, Arkansas, Tennessee, Alabama, Mississippi & Louisiana) durchquert und ganz viel tolle und auch traurige Gegenden gesehen. Folgende Städte und Sehenswürdigkeiten haben wir bereist: Dallas, TX - Texarkana, TX /AR (Grenzstadt zwischen Texas & Arkansas)- Little Rock, AR – Memphis, TN – Graceland, TN - Nashville, TN, - Lynchburg, TN (Jack Daniels Distillery) - Jackson, MS (Hauptstadt) - Natchez, MS - Corpus Christi, TX – San Antonio, TX – New Braunfels, TX und zurück nach Horseshoe Bay, TX.

Die schönsten Städte waren definitiv Memphis und Nashville. Graceland zusehen, wo und wie Elvis lebte war ein absolutes Highlight, genau wie die Jack Daniels Distillery. Auf den vielen Bildern könnt Ihr Euch einen kleinen Eindruck über unsere Erlebnisse verschaffen.
Durch Hurricane Gustav konnten wir nicht nach New Orleans fahren, was wir alle sehr bedauerten. Man kam nicht mal in die Nähe der Stadt, wenn ich mich recht erinnere wurde die Stadt 5 Tage vor Auftreffen des Hurricane zwangsevakuiert. Louisiana gleichte im Süden eher einer Geisterstadt, viele verlassene Gegenden, weite Baumwollfelder und verarmte kleine Dörfer. Dadurch dass soviel zerstört wurde, haben viele Menschen den Süden LA nach Katrina 2005 verlassen.

Unsere vorletzte Nacht verbrachten wir nochmal in Horseshoe Bay, das letzte Mal Abschiedsbier am See genießen, daß letzte Mal „Goodbye“ sagen…..es fiel mir sehr schwer Abschied zu nehmen, wobei Ich sagen muss, daß ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich realisiert habe.
Am nächsten Morgen ein letztes Frühstück „american style“, den Kollegen im Restaurant und am „front desk“ „bye“ sagen. Einer meine Freunde Ricardo aus Brasilien hat meinen Van gekauft und ist mit uns nach Houston gefahren. Einen Mietwagen zu nehmen wäre umständlich gewesen, da wir soviel Gepäck hatten. 6 große Koffer, 6 Handgepäckstücke. Durch den zweiten großen Hurricane Ike wurden wir schon ganz nervös, da Houston in der Gefahrenzone lag und alle Flüge ab dem 12.9. gecancelt wurden.

Die letzte Nacht im Land der unbegrenzten Möglichkeiten verbrachten meine Eltern im Marriott am Bush International Airport und ich im Marriott am Airport Hobby. Unser Zwischenstopp war Atlanta, GA ab da hatten wir dann den gleichen Flug zurück nach Frankfurt. In Atlanta im Dutyfree-Shop noch Zigaretten und Parfüm erstanden, eine letzte Zigarette vor dem 9h-Flug.

Am Gate kamen bei mir dann die Gefühle hoch, es war wie als ein Knoten platzt, ich habe geheult wie ein Schlosshund…..nun war es vorbei…die Verwirklichung meines Traumes „Abenteuer USA“.

Abschließend möchte Ich mich nochmals bei meiner Familie und allen Freunden aus der Heimat bedanken, für die Unterstützung, Briefe, emails, Karten und Anrufe. Dank den modernen Medien war es nie sehr schwer soweit weg zu sein.
Seit dem ich 18 war habe ich davon geträumt, in die USA zu gehen und jetzt habe ich meinen Traum wahr gemacht….ich bin sehr stolz darauf. Erfahrungen und Erlebnisse die unbezahlbar sind und die man nie vergisst. Da es so ein schönes Erlebniss war, träume ich schon vom nächsten Abenteuer USA.

„Don’t cry because it’s over, smile because it happened” Theodor Seuss Geisel

Vielen Dank für Alles
Ganz liebe Grüße aus dem kalten Köln
Eure TexasJule